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Wenn sich ein Container als Haus ausgibt

19. Aug.
3 Min. Lesezeit

Containerbauten haben ihren Platz auf dem Markt. Was mich jedoch stört?


Wenn jemand den Eindruck erweckt, ein klassischer Containerbau sei dasselbe wie ein Modulhaus für ganzjähriges Wohnen, zeigt er nicht die ganze Wahrheit. Denn qualitativ handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Produkte.


Und Fotos helfen dabei oft mit. Auf gut gemachten Aufnahmen, Visualisierungen und in sozialen Netzwerken können diese Bauten sehr ähnlich wirken – schöne Fassade, große Fenster, Terrasse, eingerichtetes Interieur. Plötzlich hat man den Eindruck, ein Einfamilienhaus vor sich zu haben.


Stellt man jedoch einen klassischen Modulcontainer und unser Modulhaus live nebeneinander, sieht selbst ein Laie den Unterschied – praktisch sofort.


Das Problem ist, dass manche Anbieter von Containerbauten diesen Unterschied meiner Meinung nach bewusst verwischen – das Produkt wird so präsentiert, dass beim Kunden der Eindruck eines vergleichbaren Bauwerks entsteht. Und genau das stört mich.





Wir sind nicht gegen Container


Wenn Sie einen Verkaufsstand, einen Kebab-Stand, eine Eisdiele, eine Fahrradverleihstation, ein Büro oder einen ähnlichen Betrieb möchten, kann ein klassisches modulares Containersystem eine durchaus sinnvolle und wirtschaftliche Lösung sein. (Damit meine ich keinen umgebauten Schiffscontainer, sondern gängige Modulcontainer.)


Das Problem entsteht in dem Moment, in dem aus einem Container ein „Modulhaus" gemacht und Menschen zum ganzjährigen Wohnen oder für die Freizeit empfohlen wird.


Ein einfacher Vergleich


Jeder weiß, warum man im Winter keine Sommer-Scheibenwaschanlagen-Flüssigkeit ins Auto füllt. Optisch ist es immer noch Scheibenwaschflüssigkeit – sie wurde aber für andere Bedingungen entwickelt. Und würde Ihnen jemand sagen, es sei egal, welche Sie verwenden, würden Sie diesen Rat wohl kaum akzeptieren, weil Sie die möglichen Folgen kennen.


Bei Gebäuden gilt dasselbe Prinzip. Container und modulares Einfamilienhaus sind nicht dasselbe Produkt, nur weil beide in einer Produktionshalle entstehen und anschließend auf das Grundstück geliefert werden.


Der Unterschied liegt nicht nur in der Dämmstärke. Er liegt im Gebäudeentwurf selbst, in den Konstruktionsaufbauten, in der Lösung von Wärmebrücken, in Boden, Wänden und Dach, in der Akustik, der lichten Raumhöhe, den Details und der Projektdokumentation.


Unsere Modulhäuser werden von Anfang an als vollwertige Gebäude für ganzjähriges Wohnen konzipiert – mit der Projektdokumentation eines Einfamilienhauses und für die Abnahme als Einfamilienhaus vorgesehen. Das ist eine völlig andere Produktkategorie als ein Container, der primär für einen anderen Zweck bestimmt ist.


Was Ihnen ein Foto nicht zeigt


Wie sich das Gebäude im Winter und im Sommer verhält. Wie der thermische Komfort darin ist. Was Sie hören, wenn es zu regnen beginnt. Wie kritische Konstruktionspunkte und das Kondensationsrisiko gelöst sind. Wie viel Raum Sie über dem Kopf haben und wie sich das Interieur insgesamt anfühlt.


Ein Unterschied ist ganz einfach sichtbar: Dort, wo ein gewöhnlicher Containerbau in der Höhe endet, werden bei uns etwa auf dieser Höhe gerade erst die Fenster montiert.


Wenn ein Container das Etikett „Haus" bekommt


Containerbauten sind nicht schlecht. Sie haben ihren Nutzen – genau wie ein Modulhaus seinen hat. Das Problem entsteht in dem Moment, in dem Ihnen jemand einen Container als Haus verkaufen will.


Achten Sie deshalb bei der Wahl eines Wohngebäudes nicht nur auf Fotos. Eine schöne Fassade kann viel verdecken. Fragen Sie nach, wonach das Gebäude entworfen wurde, welche Konstruktionsaufbauten und welche Dokumentation es hat – und vor allem, für welchen Zweck es tatsächlich errichtet wurde.


Auf dem Foto können zwei Gebäude ähnlich aussehen. Stellt man sie jedoch nebeneinander, ist die Ähnlichkeit sehr schnell vorbei.


Nächstes Mal zeigen wir Ihnen einen weiteren Vergleich – unser Stahl-Modulsystem gegen eine modulare Holzbauweise.

 

 

 
 
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